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2014

LE DIEU DU CARNAGE - Der Gott des Gemetzels von Yasmina Reza
12. SHpektakel | 23. Juli - 23. August 2014 | Kraftwerk Schaffhausen

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Dieter Langhart, Thurgauer Zeitung, 25. Juli 2014

Yasmina Rezas «Gott des Gemetzels» lebt von den messerscharfen Dialogen. Die Inszenierung am Schaffhauser SHpektakel ist spritzig und temporeich und spielt mit vier herausragenden Darstellern alle Nuancen der beliebten Gesellschaftskomödie heraus.

SCHAFFHAUSEN. Was für dumme Buben! Hätte Ferdinand nicht im Streit Bruno zwei Schneidezähne ausgeschlagen, hätten ihre Eltern sich nicht treffen müssen, den Vorfall zu regeln: mit Vernunft statt Faustrecht. Was höflich und kultiviert beginnt, endet in einem Saustall. Was für eine dünne Fassade bürgerlicher Wohlerzogenheit! Sie bröselt in Yasmina Rezas gemischtem Doppel wie der Clafoutis, der Obstkuchen, der zum Kaffee gereicht wird. 2006 ist «Le dieu du carnage» am Schauspielhaus Zürich uraufgeführt worden und wird seither quer durch die Lande genüsslich gespielt.

Rhythmisch inszeniert
So vor sechs Jahren als erste Produktion des Freien Theaters Thurgau in Steckborn unter Jean Grädels Regie, so auch in Schaffhausen am 12. SHpektakel, das vorgestern ausverkaufte Premiere hatte. Regisseur Damir Žižek setzt ganz auf seine vier Schauspieler, streicht ihnen kein Wort aus Rezas messerscharfen Dialogen heraus – und bringt alles in 80 Minuten unter, die nie gehetzt wirken und dem Rhythmus der Vorlage folgen. Er gibt ihnen eine grosse Bühne, auf der sie im äussersten Winkel schmollen und gleich wieder aufeinander losgehen können. Der Bühnenrand ist verspiegelt, auch das angedeutete zweite Stockwerk dahinter, ebenso die drei rollbaren Sitzwürfel – Spiegelkabinett und Spielwiese zugleich für die vier Figuren und, symbolisch, vergebene Chance der Selbstreflexion. Witziges Detail: das leere weisse Bild an der Wand bei Houillés als Hommage an Rezas drittes Stück «Kunst». «Wir sind alle besten Willens.» Was für ein Spass zuzusehen, wie sich die zwei Ehepaare erst höflich annähern, dann beschimpfen, dann ausflippen. Bereits am Wort «bewaffnet» in Véroniques Stellungnahme entzünden sich die Geister, dann läutet Alains Handy zum ersten Mal, dann beginnt der Lack zu springen, Aggression kriecht unter gesellschaftlicher Konvention hervor.

Differenzierend gespielt
Damir Žižek hat die vier Rollen trefflich besetzt, mit Graziella Rossi und Georg Blumreiter als Véronique und Michel Houillé, Nicole Knuth und Helmut Vogel als Annette und Alain Reille. Raffiniert auch übers Kreuz, denn Rossi und Vogel sind als Künstler und privat ein Paar. Die vier Spieler bewegen sich viel in diesem Stück, stets sichtbar sind die wechselnden Konstellationen innerhalb der Ehepaare, zwischen den Paaren, zwischen den Frauen, die sich auch berühren können, und zwischen den Männern, die immer Abstand halten. Meisterlich differenzierend Mimik und Gesten des Quartetts, wenn es gilt, eigene Haltungen und wechselnde Allianzen auszuspielen.

Verkotzter Kokoschka
Graziella Rossi unterdrückt ihre Wut oder säuft sich einen an, sinkt am ramponierten Klavier in sich zusammen oder springt ihrem Mann fast auf die Schulter, der den Hamster der Tochter ausgesetzt hat. Zwar schreit Georg Blumreiter: «Ich bin ein Choleriker», aber eine tapsig ausgleichende Hilfsbereitschaft ist ihm wichtiger. Nicole Knuth, die eine Hälfte von Knuth & Tucek, gibt sich für einmal nicht komisch, sondern todernst, kotzt auf Véroniques unersetzlichen Kokoschka-Band und schreit hysterisch, als Véronique ihre teure Handtasche an die Wand knallt. Dann, endlich, ersäuft sie das ständig klingelnde Telefon ihres Mannes Alain in der Blumenvase und schmeisst zum Schluss die Tulpen in die Runde. Klug richtet Regisseur Žižek das Tempo auf diesen Climax hin aus und lässt sodann die Tulpen in Zeitlupe durch die (ansonsten unnötige) Videoprojektion im Hintergrund fliegen.

Vertuschte Nebenwirkungen
Helmut Vogel schliesslich gibt sich betont reserviert und gelangweilt, wenn es um die Erziehung seines Sohnes geht, aber unerbittlich, wenn es gilt, die Nebenwirkungen des Medikaments zu vertuschen, für dessen Hersteller er als Anwalt arbeitet. Während er, Alain, an den Gott des Gemetzels glaubt, fragt Véronique frustriert: «Warum können wir nicht leicht sein?»

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Mark Liebenberg, Schaffhauser Nachrichten, 24. Juli 2014

Beim Kraftwerk feierte das Schaffhauser TheaterSHpektakel mit dem Stück «Der Gott des Gemetzels» eine umjubelte Premiere.

Wegen des derzeitigen Ausfalls einer Kraftwerkturbine (siehe SN von gestern) drohte dem gestrigen Theaterabend neben dem Kraftwerk beinahe der Namenswechsel zu "Gott des Getöses" - die Geräuschkulisse vom Wehr her hielt sich dann aber im erträglichen Rahmen, gottlob! So wurde das diesjährige Sommerspektakel in der Regie und unter der Gesamtleitung von Damir Žižek zum göttlichen Spass.
Gute Akustik war auch vonnöten, denn gegeben wurde mit Yasmina Rezas "Der Gott des Gemetzels" gewissermassen ein Kammerstück: Mit nur vier Personen kommt es aus: Die Reilles und die Houillés sind zwei Ehepaare. Mittelstand, gebildet, wohlhabend. Juste Millieu. Ein Spielplatzvorfall zwischen Reille Junior und Houillé Junior soll im Wohnzimmer des einen Paars geschlichtet werden. Was sich schnell als hoffnungsloses Unterfangen herausstellt. Wie sich das Quartett im Verlaufe der 80 Spielminuten rhetorisch verheddert und sich hinter dem Schleier der Anständigkeit zofft, sich bis ans Äusserste bezankt - das ist raffiniertes Theater mit Tempo, Schärfe und Hintersinn.
Schon vor zwei Jahren war beim TheaterSHpektakel ein äusserst publikumswirksames Stück auf die Bühne gekommen, die Komödie "Der Tag, an dem der Papst entführt wurde" von Joao Bethencourt.
Das abstrakt bleibende Faktum Gewalt steht in "Gott des Gemetzels" zur Verhandlung. Es geschah auf einem Spielplatz irgendwo in der Agglo. Zwei Buben streiten, der eine schlägt dem anderen zwei Zähne raus. Gewalt, so Rezas Intention, löst einen ganzen Strudel an Aufwallungen bei den Protagonisten aus: Befindlichkeiten, Weltanschauungen, Wertsysteme, Rollenbilder und Beziehungsgewissheiten geraten völlig durcheinander - der Versuch der vermeintlich so selbstsicheren Erwachsenen, einen Spielplatzstreit zwischen zwei Buben angeblich "zivilisiert" zu verarbeiten, endet als Tragödie und als Komödie zugleich. Man lacht herzlich über diese scheinbar neurotischen Charaktere, wie sie in der heraufbeschworenen Krise agieren und reagieren - und darüber, wie dünn der Film der Zivilisiertheit bisweilen ist, unter dem archaischere und triebhaftere Seiten des Menschen hausen.
Die Dämme brechen (nicht im Kraftwerk, sondern auf der Bühne). Natürlich amüsiert man sich als Zuschauer göttlich, denn es fliegen die Fetzen - und wie sie fliegen! Dafür sorgen (eine ganz grossartige) Graziella Rossi mit eisigem Gutmenschentum am Rande des Nervenzusammenbruchs, Nicole Knuth mit hinter verständnisvoller Nachgiebigkeit lauernder
Boshaftigkeit, Helmut Vogel als egoistischer Kotzbrocken und Georg Blumreiter als tolpatschiger Grobian. Eine tolle Schauspielercrew, die mitreisst und den Spannungsbogen nie abfallen lässt. Da streiten Frauen gegen Männer, Frau gegen Frau, Ehepaar gegen Ehepaar. Und zwischendurch weiss man nicht mehr, wer zu wem gehört in diesem Wortgemetzel. Am Ende gibt es nur Verwundete. Nur die beiden Jungs scheinen wohlauf.
Uraufgeführt wurde "Der Gott des Gemetzels" im Jahre 2006 am Schauspiel Zürich in einer deutschsprachigen Übersetzung. Roman Polanski machte aus dem Stoff im Jahr 2011 einen viel beachteten Film.

 

2012

AM TAG ALS DER PAPST ENTFÜHRT WURDE von João Bethencourt
11. SHpektakel | 25. Juli - 25. August 2012 | Kraftwerk Schaffhausen

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Ralf Göhrig, SÜDKURIER, 30. Juli 2012

Großes Theater um entführten Papst - Schaffhauser Theaterspektakel der Extraklasse: Komödie von Joao Bethencourt unter Regisseur Damir Žižek begeistert Publikum

Ganz großes Theater wird zur Zeit am Kraftwerk Schaffhausen geboten. Unter der Leitung von Damir Zizek wird im Rahmen des 11. Spektakels die Komödie „Am Tag als der Papst entführt wurde“ von Joao Bethencourt auf die Bühne gebracht. Nach zweijähriger Pause findet das Schaffhauser Theaterspektakel wieder statt. Regisseur Zizek glaubt, dass er mit dieser Inszenierung den Besucherrekord von 2005, als Dürrenmatts Physiker aufgeführt wurde, übertreffen kann. „Das Ensemble überzeugt mit seinem harmonischen Auftreten. Ich bin sehr zufrieden“, lobte der gebürtige Kroate seine Schauspieler.

Und tatsächlich vermochten die Darsteller auf der Bühne zu überzeugen. Allen voran Helmut Vogel als Taxifahrer Samuel Leibowitz, der mit einer beeindruckenden Bühnenpräsenz das Publikum in seinen Bann zog. Doch auch Bodo Krumwiede als Papst wusste mit seiner subtilen, zurückhaltenden Art seine Rolle perfekt auszufüllen. Es wäre aber falsch, einen Schauspieler besonders herauszuheben. Das Ensemble brillierte in einem einnehmenden Auftreten und am besten, man sieht das Stück selbst an.

Aus Jestetter Sicht sind zwei Namen von besonderem Interesse: Henry Brückel, der als Amateur seit Jahren am Shpektakel bei den Profis mitwirkt sollte eigentlich den Cardinal O'Hara spielen. Leider machten ihm seine Bandscheiben einen Strich durch die Rechnung und er musste kurzfristig passen.

Die zweite Jestetterin ist Stephanie Signer, die die Rolle der Nachrichtensprecherin Teddy Brinkley übernommen hat. Nach ihrem Studium in New York und verschiedenen Theaterengagements war sie in TV Serien wie „Marienhof“, „Der Bulle von Tölz“ oder „Lüthi und Blanc“ zu sehen. Seit 2002 ist Stephanie Signer Ensemblemitglied beim Spektakel.

Am Tag als der Papst entführt wurde ist eine Komödie, die nicht auf Schenkelklopfen baut, sondern mit intelligentem Humor ein heikles Thema aufgreift. Der jüdische Taxifahrer Samuel Leibowitz entführt den Papst in New York. Als Lösegeld fordert er das Ultimative, nämlich nichts geringeres als den Weltfrieden. Während die ganze Welt und Leibowitz' ganze Familie in Aufruhr ist, steht seine Frau Sara, die großartige Graziella Rossi in aller Seelenruhe am Herd und kocht Gemüsesuppe.

 

2010

DER ZERBROCHENE KRUG von Heinrich von Kleist
10. SHpektakel | 28. Juli - 28. August 2010 | Kraftwerk Schaffhausen

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30.07.2010 Schaffhauser Nachrichten
Glänzendes Theatervergnügen

Mit dem Stück «Der zerbrochne Krug» hatte das 10. SHpektakel am Rhein beim Kraftwerk Schaffhausen Premiere. Von Monica Zahner

Das SHpektakel-Theater beim Kraftwerk Schaffhausen brachte am vergangenen Mittwoch die Premiere der zehnten Produktion auf die Open-Air-Bühne: «Der zerbrochene Krug» von Heinrich von Kleist. Es ist die neuste Inszenierung des vielseitigen und feinnervigen Theatermanns Damir Žižek. Zur Eröffnung der Jubiläumsvorstellung leistet er sich eine wunderschöne Hommage an seine ursprüngliche Heimat mit kroatischer Männerchormusik vom Band, zu der per Video die Namen der Mitgestalter des Spiels eingeblendet werden.

So wie Goethe das Stück einst inszeniert hatte, als dreiaktiges Stück im Weimarer Stil – «nicht allein die Natur nachahmen, sondern sie auch idealisch vorstellen» –, wurde es ausgepfiffen; Kleist (1777–1811) wurde seinerzeit von vielen verkannt und aggressiv abgelehnt. Goethe selbst fand das Stück einerseits «problematisch»; anderseits aber sagte er: ‹Der zerbrochene Krug› gehört zu denjenigen Werken, denen gegenüber nur das Publikum durchfallen kann. Der ergötzlichste Einfall und das farbigste Sittengemälde ist hier zum Genialen gesteigert.» Die Geschichte, die im Original im 18. Jahrhundert in einem Dorf bei Utrecht spielte, erlebt man nun in «Schaffhuisum», wobei auch ein Gläschen Osterfinger eine Rolle spielt. Der kahlköpfige und klumpfüssige Dorfrichter Adam (Georg Blumreiter), der Eve (Rahel Roy), der Tochter der Witwe Marthe Rull (Stephanie Signer), nachstellt und dabei von Rupprecht (Pascal Holzer), dem Verlobten Eves, erwischt wird, stürzt auf der Flucht aus dem Fenster und wirft dabei einen Krug um, der zerbricht. Das Ganze wird zum Gerichtsfall, den Adam – also der Delinquent selbst – führen muss. Mit von der Partie ist der Gerichtsschreiber Licht (Stefan Kollmuss), der das von Adam geknüpfte Lügengeflecht durchschaut. Während Eve schweigt, weil sie ein vom Richter versprochenes Schreiben, das ihren Verlobten vor dem Kriegsdienst bewahren sollte, nicht gefährden will, tritt Brigitte (Jurga Ruesch), die des Richters Flucht beobachtet und seine Perücke gefunden hat, als Zeugin auf. Sie aber meint, den Teufel selbst gesehen zu haben ... Wie gut, dass der Gerichtsrat Walter (Bodo Krumwiede) just auf Besuchsreise ist und, nachdem er in Hallau war, nun das Gericht in Schaffhuisum inspiziert. In Žižeks spannender Inszenierung wirken die Aktualisierungen völlig unangestrengt und pointensicher. Kleist kommt voll und ganz zu Wort und Witz. Und die Besetzung kann nur nachdrücklich gelobt werden. Nicht zu vergessen die beiden Mägde im Skype-Dialog, Martin und Jürg Tanner von der Comedia Abarte: Ein schöner Einfall Žižeks. Ebenfalls stimmig sind Bühne (Charlotte Leuenberger und Andreas Tenger), Maske und Kostüme (Anna und Martina Schneider) sowie die technischen Einrichtungen wie Licht, Ton und Videobearbeitung (David Hundsdorff und Rolf Riedweg). Das Publikum war begeistert.

 

2009

DIE GROSSE WUT DES PHILIPP HOTZ von Max Frisch
9. SHpektakel | 12.-23. August & CH–Tournee 27.August – 26.Septmber 2009

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Christine Bachmann, DER LANDBOTE, 28.September 2009

Ein Interviewstehpult mit Mikrofon, eine Wanduhr, ein Telefon, ein Schrank. Mehr braucht es nicht, um die starke Aufführung „Die grosse Wut des Philipp Hotz“ von Max Frisch unter der Regie von Damir Zizek wirken zu lassen. Raumschaffende Restriktionen in einer zu eng gewordenen Welt, aus welcher der Protagonist Hotz auszubrechen versucht…
Bernd Rumpf als Hotz legt in seiner Zurückhaltung eine grandiose Bühnenpräsenz an den Tag und weiss die leere Bühne zu füllen. Roswitha Dost (Dorli), die auch im wirklichen Leben die Partnerin von Rumpf ist, kann sich mit Leichtigkeit wehren und ihre natürliche Dominanz ausspielen. Sascha von Zambelly als ein schleimiger, überlustiger, aber irgendwie süsser Liebhaber. Eher brav wirkt die Darstellerin der Clarissa, Susanne Duntsch. Sehr humorvoll sind die Kurzauftritte von Henry Brückel als Dienstmann. Nicole Knuth (Jumpfer) steht als einzige nicht real auf der Bühne, sondern findet Einzug über die Videoleinwand im sinnlichen Grossformat.

 

2008

AMPHITRYON von Molière
8. SHpektakel | 19. August – 6. September 2008 | Kraftwerk Schaffhausen

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Jan Hudec, Schaffhauser Nachrichten, 21.8.2008

Brillant besetzte Komödie“
„Amphitryon, das neue Stück des TheaterSHpektakels, feierte am Dienstag Premiere. Eine leichtfüssige Komödie mit wunderbaren Schauspielern.“
Zizek stützt sich in seiner Inszenierung auf Molières Version, lässt aber an einigen Stellen die kleistsche Vorlage einfliessen. Er rückt den komödiantischen Effekt des Verwechslungsspiels in den Vordergrund und verzichtet auf eine verkopfte Auseinandersetzung mit der Indentitätsproblematik des Doppelgängers.
Dominiert wird die Komödie vielmehr durch die Sprache und insbesondere durch Figuren die brillant besetzt sind. Jede Rolle scheint geradezu massgeschneidert. Thomas Phukely überzeugt als stets mit dem Strom schwimmender Feigling Sossias genauso wie Sascha von Zambelly als in seinem Stolz gekränkter und zugleich verwirrter Amphitryon. Nicole Knuth als bald wutschnaubende, bald anzügliche Alkmene, Manfred Heinrich als unnahbarer Lüstling Zeus. Bodo Krumwiede als süffisant grinsender Hermes und Stephanie Signer als handfeste und bodenständige Charis.
Dank toller Schauspieler und einer gelungenen Inszenierung bietet das Stück einen vergnüglichen Abend, nach dem mancher „all you need is love“ pfeifend nach Hause spaziert.

 

2007

DER FEIND von Julien Green
7. SHpektakel | 18. Juli – 19. August 2007 | Kraftwerk Schaffhausen

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Elisabeth Hasler, Schaffhauser AZ, 19.7.2007

Das Stück ist aber nicht nur auf schnelle Lacher aus. Zizek lässt sich Zeit, die Figuren genau zu zeichnen und die gelangweilt-übersättigte Atmosphäre am Hof darzustellen.
Die Inszenierung streicht dennoch nicht nur die komödiantische Seite dieser Kabalen und Lieben hervor. In manch vordergründig lustiger Szene schwingt die klaustrophobe Stimmung eines Kammerspiels mit.
Mit der Besetzung der Rollen hat Damir Zizek aber einmal mehr ein glückliches Händchen bewiesen. Sascha von Zambelly als – im Sinne des Wortes – hündischer Verehrer mit gekränktem Stolz, Georg Blumreiter als feister Gutsherr mit Potenzproblemen, Pascal Holzer als diabolischer Verführer und Nicole Knuth als wohlstandsverwahrloste Gattin sind ein Genuss.

 

2006

DER STUMME DIENER & VICTORIA STATION von Heinrich von Kleist
6. SHpektakel | 23. August – 9. September 2006

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Michael Helbling, Schaffhauser AZ, 2006

Im Haberhauskeller zeigt das Ensemble des SHpektakel mit Der Stumme Diener und Victoria Station zwei packend umgesetzte und brillant gespielte Stücke des Nobelpreisträger aus dem letzten Jahr.
Vermessen wäre es gewiss nicht, Damir Zizek zu unterstellen, er hätte sein 6.SHpektakel nach der Maxime „Reduce to the max“ inszeniert: Nach dem erfolgreichen Dürrenmatt vom letzten Sommer – noch am Kraftwerk – hat sich der Schaffhauser Theatermacher mit seinem Ensemble heuer an Harold Pinter gewagt. Der stumme Diener als Hauptstück und Victoria Station als eine Art Bonustrack kommen im Haberhauskeller frisch inszeniert daher und überraschen mit viel Witz. Sowohl die Inszenierung wie auch die Leistung der Schauspieler überzeugen durchweg und garantieren einen unterhaltsamen Theaterabend voll Witz, Spannung und intelligentem Humor.

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Monica Zahner, Schaffhauser Nachrichten, 25.8.2006

Grosser Erfolg vor vollem Haus.
Die gelungene Videobearbeitung und die gut geführte Kamera von Luca Idone haben das ihre beigetragen zur Aufrechterhaltung der Spannung. Ebenso verdankt sich der Erfolg der anhaltend beklatschten Premiere allen Mitgliedern des technischen Teams.

 

2005

DIE PHYSIKER von Friedrich Dürrenmatt
5. SHpektakel | 23. Juli – 27. August 2005 | kraftwerk Schaffhausen

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Monica Zahner, Schaffhauser Nachrichten, 4.8.2005

Es ist keine leichte Kost für die Schauspieler, sollen sie doch bei aller gebotenen Komik und Lakonik auch wie Betroffene des fragwürdigen technischen Fortschritts wirken. Folgerichtig vermeiden es Regie und Schauspieler, unkontrolliert ins Witzige oder rein „kulinarische“ abzugleiten, das Dürrenmatt zwar, wie er sagt, im Leben wie „auf der Bühne nicht missen möchte“, die Balance zwischen Spass, Absurdität und Tragik bleibt erhalten – die Komik siegt. Es gelingt den Schauspielern, die Vielschichtigkeit der Figuren zu wahren. Die Physiker Newton, Einstein und Möbius (Bodo Krumwiede, Sascha von Zambelly und Oliver Wronka) sowie die Irrenärztin Mathilde von Zahnd (Nikola Weisse) und Inspektor Voss (Georg Blumreiter) überzeugen als ebenso markant wie unaufdringlich agierende Charakter.
Wesentlich beteiligt an der stimmigen Inszenierung sind nicht zuletzt die perfekte Licht und Tontechnik sowie die differenzierten Videos, die teils als Bühnenbild, teils auch als zweite Spielebene fungieren.
Die Gültigkeit des Stücks tritt in der geglückten Inszenierung des TheaterSHpektakels drastisch ans Licht.

 

2004

PLAY STRINDBERG von Friedrich Dürrenmatt nach August Strindberg
4. SHpektakel | 29. Juli – 29. August 2004 | Kraftwerk Schaffhausen

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Rosmarie Tillessen, Südkurier, 3.8.2004

In spannenden eineinhalb Stunden zeigen die drei Schauspieler Nicole Knuth (Alice) Georg Blumreiter (Edgar) und Sascha von Zambelly (Kurt) die brüchige Fassade einer Ehe und steigern sich bis zur Erpressung und Mordplänen.
Das alles wird temporeich, parodistisch und fast kriminalistisch inszeniert von Damir Zizek, der lange in Zürich unter Marthaler gearbeitet hat. Vor allem Georg Blumreiter schnitzt seinen Edgar holzschnittartig, komödiantisch und mit viel Pantomime. So konnte der Zuschauer aus sicherer Distanz eine Ehetragödie geniessen, ohne sich selbst betroffen zu fühlen. Ein sichtlich erheitertes Publikum dankte mit lebhaftem Applaus.

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Edith Fritschi, Schaffhauser Nachrichten 30.7.2004

Bei der Premiere von Play Strindberg gestern Abend stimmte dann alles: Das Geschehene auf der Bühne, das Wetter und das kulinarische Angebot.
In Dürrenmatts Stück, einer grandios-bösen Komödie über die Scheinheiligkeiten und Heucheleien in der gutbürgerlichen Ehe, will ein Paar, Alice (Nicole Knuth) und Edgar (Georg Blumreiter), silberne Hochzeit feiern mit Burgunder und gutem Essen. Stattdessen serviert man sich in schneidenden Dialogen Gemeinheiten löffelweise, lügt und betrügt, denn die Liebe existiert nur als Totentanz.
Alle verstricken sich in Scheinwelten und Lügengebäude. Dürrenmatts Stück mit witzig abgründigen Dialogen wird vom Schauspieltrio mit variantenreichem Spiel auf einer Drehbühne geboten, auf der Leinwand dahinter taucht, als es eindunkelt, ein Mond und eine Art Leuchtturm auf. Eine runde Sache. Die Zuschauer waren begeistert und entliessen das Team nach eineinhalb Stunden mit begeistertem Applaus.

 

2003

ODYSSEUS AKTE XXXL von Damir Žižek nach Homer&Herodot
3. SHpektakel | 23. Juli – 30. August 2003 | Kraftwerk Schaffhausen

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Monica Zahner, Schaffhauser Nachrichten 28.7.2003

Dramaturg Zizek lässt in Odysseus Akte XXXL diese eine Seite der Medaille immer wieder aufscheinen in den oft von heiligem Zorn durchdrungenen, im klassischen Duktus rezitierten Reden und Dialogen, der etwa dreissig handelnden Gestalten, alternierend gespielt von fünfzehn Mimen und Miminnen. Die andere Seite der Medaille hat ihren blechernen Ton vom parodistischen Witz und den teils ironischen, teils satirischen multimedialen Einfällen Zizeks.
Dabei ist beieindruckend, wie gut dosiert und präzise hier Bild und Lichtmittel, Kostümierung und Maske eingesetzt werden. Von ebenso feinem Sinn für Stil und Stilbruch zeugen Musikwahl und Tonregie. Was man gerne als leicht schräg bezeichnet, feiert in Odysseus Akte XXXL fröhliche Auferstehung. So bleibt das ganze Spektakel stets plastisch. Theater ohne überdrehte mediale Aufbereitung, Rasanz und Sexualschnörkel.

 

2002

HAMLET von William Shakespeare bzw. Edward de Vere
2. SHpektakel | 26. Juli – 23. August 2002 | Kraftwerk Schaffhausen

Barbara Ackermann, Schaffhauser AZ, 29.7.2002

Zizek versucht, die Inszenierung mit multimedialer Vielfalt und einer experimentellen Zeit- und Ortverschiebung diesem Wandel anzupassen.
Leider misslang der Versuch. Vielen der zahlreichen Zuschauer schien aber die Aufführung zu gefallen. Mit hartnäckigem Applaus und Fussgetrampel holten sie die Schauspielerinnen und Schauspieler immer wieder auf die Bühne.

 

2000

ILLUMINATUS 2000 von Damir Žižek nach Robert A.Wilson
1. SHpektakel | 23. August – 16. September 2000 | Kraftwerk Schaffhausen

Michael Helbling, Schaffhauser AZ, 31.8.2000

Die Zuschauer erlebten in einer einzigartigen Atmosphäre unter dem grossen Kran des Kraftwerks eine Darbietung der besonderen Art.
Doch Illuminatus 2000 will mehr sein als Theater – es versteht sich als multimediales Spektakel und ist tatsächlich streckenweise ein wahrer Augenschmaus.
Dazu trägt auch die fast nur aus Profischauspielern bestehende Truppe bei, die eine beeindruckende Leistung bringt.

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