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13. August 2018 – FILM: Grounding

MO, 20.15 Uhr

Ein­tritt frei, Kol­lek­te
Thea­ter­beiz offen ab 18 Uhr

Der Doku-Thriller «Grounding» handelt von den letzten Tagen der Schweizer Fluggesellschaft Swissair, vom historischen «Grounding» ihrer Flotte am 2. Oktober 2001 und davon, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Ein trauriges Kapitel Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Regie: Michael Steiner.

Im Doku-Thril­ler «Groun­ding — Die letz­ten Tage der Swis­sair» wird, wie im Unter­ti­tel erwähnt, die Schluss­pha­se eines natio­na­len Ereig­nis­ses geschil­dert. Mit dem Nie­der­gang der Swis­sair, Inbe­griff von Schwei­zer Qua­li­tät und Ver­läss­lich­keit, hat die Schwei­zer Bevöl­ke­rung ein Stück ihres Selbst­be­wusst­seins ver­lo­ren. Den Anfang des Dra­mas sehen die Auto­ren (Micha­el Stei­ner und René Lüchin­ger) in der Abstim­mung zum Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum vom Jahr 1992, als das Schwei­zer Volk den Bei­tritt zum EWR ablehn­te. Die gan­ze Vor­ge­schich­te bis zum 2. Okto­ber 2001 wird clip­ar­tig im Titel­vor­spann zusam­men­ge­fasst.
Die fik­tio­na­le Erzäh­lung beginnt mit einem Flug der Maît­re de Cabi­ne Susan­ne Gas­ser (Ste­pha­nie Japp), die ein schlech­tes Gewis­sen hat, weil sie als allein­er­zie­hen­de Mut­ter ihren Sohn Luca (Lukas Schal­ler) so oft allei­ne las­sen muss. Luca scheint damit aber gut umge­hen zu kön­nen, ver­bringt er doch die meis­te Zeit mit dem ehe­ma­li­gen Bord­me­cha­ni­ker und Swis­sair-Vete­ra­nen Hans­pe­ter Frie­den (Hans Heinz Moser). In ihm hat der Kna­be einen Ersatz­gross­va­ter gefun­den. Der ita­lie­ni­sche Immi­grant Lui­gi Dini (Enzo Scan­zi) arbei­tet seit Lan­gem bei der Swis­sair-Toch­ter Gate­Gour­met. Als die nega­ti­ven Schlag­zei­len um die Mut­ter­fir­ma Über­hand neh­men, bangt Lui­gi mit sei­ner Frau Nico­let­ta (Tizia­na Jel­mi­ni) um Job und Exis­tenz. Dass ihr Sohn Ser­gio Dini (Leo­nar­do Nigro) aus­ge­rech­net bei der Gross­bank UBS arbei­tet, macht den abge­ar­bei­te­ten Eltern das Leben auch nicht ein­fa­cher. Swis­sair-Pilot Adri­an Sim­men (Ste­fan Gub­ser) ist öfters mit Kopi­lot Peter Lan­dolt (Pas­qua­le Alear­di) unter­wegs, der kurz vor der Beför­de­rung zum Pilo­ten steht. Lan­dolt will mit sei­ner Freun­din Susan­ne Gas­ser ein Haus kau­fen und mit deren Sohn Luca eine eige­ne Fami­lie grün­den. Als dem jun­gen Paar von der Haus­bank der Kre­dit gekün­digt wird, ist die Ent­täu­schung gross.
Mario Cor­ti (Hans­pe­ter Mül­ler-Dros­saart), letz­ter glück­lo­ser CEO der Swis­sair, war vor dem Wech­sel zur Flug­ge­sell­schaft beim Nah­rungs­mit­tel­mul­ti Nest­lé tätig. Dort arbei­te­te Cor­ti bereits mit Jac­qua­lyn Fou­se (Katha­ri­na von Bock) zusam­men, die er im Jahr des Groun­dings als Finanz­che­fin in die Geschäfts­lei­tung der hoch ver­schul­de­ten SAir-Group hol­te. Crossair-Grün­der Moritz Suter (László I. Kish) war mit sei­nem Über­nah­me­kon­zept namens Phoe­nix der gröss­te Wider­sa­cher von Mario Cor­ti. Suter warb ihm auch den Pilo­ten André Dosé (Micha­el Neu­en­schwan­der) ab, der spä­ter als CEO der neu­en Flug­ge­sell­schaft Swiss in sei­ne Fuss­stap­fen tre­ten soll­te.
Doch zuvor ent­wi­ckel­te sich ein erbar­mungs­lo­ser Macht­kampf zwi­schen den Schwei­zer Gross­ban­ken UBS und Credit Suis­se, zwi­schen Bun­des­rat und Par­la­ment, Geschäfts­lei­tung und Ver­wal­tungs­rat der Swis­sair, ein Kampf aller gegen alle: So sass Lukas Müh­le­mann (Rai­ner Gul­de­ner), Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent der Credit Suis­se Group, bereits ab 1995 im Swis­sair-Ver­wal­tungs­rat. Im April 2001 wur­de Mar­cel Ospel (Gil­les Tschu­di) Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent der UBS und gelang­te ins Kreuz­feu­er der Kri­tik, als er Anfang Okto­ber die nöti­gen Zah­lun­gen an die Swis­sair blo­ckier­te. Mathi­as Möl­le­ney (der sich selbst spielt) war in der glei­chen Zeit Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der Swis­sair Group. Nach dem Groun­ding schrieb er über 5000 Kün­di­gun­gen — auch sei­ne eige­ne. Nicht nur die tau­sen­den neu­en Arbeits­lo­sen, alle haben nach dem Swis­sair-Groun­ding ihren Glau­ben an die bis­he­ri­ge Schweiz ver­lo­ren.

2.8. – 1.9.2018