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9. SHpektakel
Die grosse Wut des Philipp Hotz
von Max Frisch

Philipp Hotz ist seit sieben Jahren mit Dorli verheiratet. Durch ihr Verhältnis mit seinem Freund Wilfried schwer in seiner Eifersucht ge- troffen beschließt er, sich scheiden zu lassen. Dorli allerdings sträubt sich gegen das Unterfangen und zieht die in ihrem Namen ausgestellte Scheidungsklage zurück. Völlig aufgebracht zertrümmert Hotz nun mit Hilfe von zwei Dienstmännern den ihm gehörenden Teil der Einrichtung und will am selben Abend (wieder einmal) nach Marseilles zur Fremden- legion. Da klingelt der aus Argentinien zurückgekehrte Wilfried und es kommt zur Aussprache zwischen den Beteiligten.
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Max Frisch
Architekt | Journalist | Philosoph | Schriftsteller

Das literarische Werk Max Frischs befasst sich unter anderem mit folgenden Gedanken:

Wie kann der Einzelne Gewissheit über die eigene Identität erlangen? Wie konstruiert sich der Mensch die eigene Biografie (vgl. Biografie. Ein Spiel, die Feststellung der Hauptperson, sie „probiere Geschichten an wie Kleider“ in Mein Name sei Gantenbein, die Aussage „Ich bin nicht Stiller“ in Stiller)? Das Spätwerk Der Mensch erscheint im Holozän untersucht die Rolle des Wissens und des Gedächtnisses für den Menschen: Wie klein ist er mit seinen bescheidenen Erkenntnissen im Verhältnis zur Natur, was bleibt von ihm?

 

Daneben spielt auch die Zuweisung von Identitäten durch andere eine Rolle. Frisch möchte das Gebot „Du sollst dir kein Bildnis machen“ auf das Verhältnis unter Menschen übertragen wissen. Die Stücke Don Juan oder die Liebe zur Geometrie und Andorra befassen sich u.a. mit den Folgen der menschlichen Neigung, sich vom Gegenüber ein Bild zu machen, sie in eine Rolle zu drängen bzw. sich in eine Rolle drängen zu lassen und daran – biologisch oder geistig – zu sterben. In dieser Hinsicht ist vornehmlich sein 1957 erschienenes Prosawerk Homo faber zu nennen, in dessen Verlauf die Identität des Menschen als der Technik verhaftetes Mängelwesen und als im Alltagsleben oder im Aufeinandertreffen mit Natur und menschlichen Regungen (namentlich der Liebe) zum Scheitern verdammt dargestellt wird.

Des weiteren stellt Frisch immer wieder die Sonderstellung der Schweiz (als vermeintlich vorbildlich demokratische und rechtsstaatliche Nation; die Neutralität usw.) in Frage, u.a. mit der Demontage des Nationalepos von Wilhelm Tell in Wilhelm Tell für die Schule, worin der Gründungsmythos als eine Geschichte dargestellt wird, die auf Zufälle, Unzulänglichkeiten sowie die Beschränktheit und den Opportunismus eines hinterwäldlerischen Volkes verweist.

Dieses zweite Thema, das Wesen der Schweiz, verweist auf das Werk Frischs als ein politisches. Aber auch die Schriften zum vorgenannten Thema der Identität öffnen sich zumeist zur Frage hin, welche Gesellschaft mit den beschriebenen Personen zu machen ist: ironisch, weit weniger offensiv als das Brechtsche Theater die Dramen, die Prosa mehr fragend denn Gewissheit verbreitend, bis hin zum „Lehrstück ohne Lehre“ (so der Untertitel von Biedermann und die Brandstifter).

Für die Verbindung der genannten Themen mag eine vielzitierte Stelle aus der Mitte des Romans Mein Name sei Gantenbein stehen: „Manchmal scheint mir auch, dass jedes Buch, so es sich nicht befasst mit der Verhinderung des Krieges, mit der Schaffung einer besseren Gesellschaft und so weiter, sinnlos ist, müssig, unverantwortlich, langweilig, nicht wert, dass man es liest, unstatthaft. Es ist nicht Zeit für Ichgeschichten. Und doch vollzieht sich das menschliche Leben oder verfehlt sich am einzelnen Ich, nirgends sonst.“

» Auszug aus: www.de.wikipedia.org/wiki/Max_Frisch

Max Frisch: Leben, Werke, Bibliographie
» www.mfa.ethz.ch

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